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Motivationsproblem

Bei diesem extrem lässigen Leben das ich gerade habe, sehe ich für das Studium ernsthafte Motivationsprobleme auf mich zukommen.

Wenn man jeden Tag ab drei Uhr absolut machen kann was man will und in einer 4er WG mit Ferienfreizeitcharakter lebt, dieses Prinzip erst recht am Wochenende auslebt und sich auch nicht einmal davon stören lässt, dass man deswegen nach weniger als 48 Stunden aus seiner neuen Wochenendswohnung rausfliegt, sondern gleich auf einem 15. Geburtstag, einem der wichtigsten Events im mexikanischen Leben, bis Montagmorgen Arbeitsbeginn weiterfeiert, dem können zum Thema eigenverantwortliches Lernen, Klausuren, Hausarbeiten und Prüfungen doch nur bittere Zeiten bevorstehen...

1 Kommentar 11.6.10 04:05, kommentieren

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Mai vorbei

Es ist jetzt Mai. Das erkennt man an den zum Monat gehörenden dicken Käfern, die unsere ganze Umgebung bevölkern.                                                                                                                                             

Juliane kommentierte das in ihrem Facebookstatus so: ,,Mexikanisches Insektenspray funktioniert so: willst du den Käfer töten, musst du mit ihm sterben‘‘ und nimmt darauf Bezug, dass wir uns letzten Sonntagabend gefühlt fast mit Insektenspray vergiftet hätten. Was hier an toxischen Stoffen auf den Markt gelangen darf, ist eben kein Vergleich zu unseren deutschen Vorschriften. Was soll man denn aber auch erwarten, wenn der Nagellackentferner ,,Acetona‘‘ heißt… (für alle Männer, in Deutschland steht auf jedem solcher Fläschchen, das es Aceton gerade eben nicht enthält.) Ich hatte aber auch noch nie einen, der mir so schnell den Lack von den Nägeln entfernt hat (und wahrscheinlich auch keinen, der so krebserregend ist).

Bis jetzt leben wir aber auch noch, (Zitat meiner Ärztin, als ich meinen Verdacht auf erneuten Parasitenbefalls meines Magens äußerte: ,,Ja, du bist ja hier auch in Mexiko!‘&lsquo und das alle jetzt nur noch weniger als 100 hier.

Das sind keine drei Monate mehr in denen wir den Streit um die Milch auf die letzten Eskalationsstufen mehr bringen können. Dieser Konflikt nimmt, nachdem die Köchinnen beschlossen die letzte, noch nicht im April abgelaufene Milch, vor uns zu verstecken, so langsam ungeahnte Ausmaße an. (Ja, die Bakterien in meinem Bauch hätten wirklich gerne noch ein paar neue Freunde)

Aber auch in Anbetracht dessen, kann ich mir die Zeit ohne meine Mädels, die Kinder, ohne die Ferienlagerstimmung bei uns in der WG, das Gefühl, die Ausländerin zu sein- was dies auch alles bedeutet-,  meine Freiheit und die Sonne  nicht mehr vorstellen.

Wenn ich wieder zuhause bin, werde ich ohne das vielleicht erst mal unglücklich, aber ganz sicher werde ich wieder dick.

Was glaubt ihr, wie ich mich auf Mamas Essen freue… und dass von Oma, von meinen Tanten, von einem meiner Lieblingsrestaurants, wenn ich den Kühlschrank und die Kühltruhe der Familie Schmid plündere, vom Schmidbeck, vom Amore im Dorf, wenn Papa kocht, sprich Döner vom Regenbogen holt von oder Dr. Oetker schon mal was vorbereitet hat. Jeder Quatsch schmeckt besser, als das, was in unserer Küche gemacht wird. Lustig wird’s, wenn ich den Kinder dieses Essen, oder mehr Lebensmittel in diesem Zustand, reindrücken soll obwohl ich mir selbst sowas nicht mal antun würde.

Gut, so schlimm ist es nicht. Ich kann’s einfach nur nicht mehr sehen. Vor allem nicht, seitdem ich mit Carmen im Urlaub natürlich immer nur tolle Sachen mampfen war. Ich hab mich mit Frijoles (Bohnen) angefreundet, wir treffen uns ab und zu zum Essen, wenn’s sein muss auch zum Frühstück, aber alle diese frijoles und den arroz dazu könnten mir für etwas Maultaschen mit Kartoffelsalat so gestohlen bleiben. Da hätten nicht nur meine Bakterien Spaß dran.

Spaß hatten wir an Sarahs Geburtstag, zumindest haben wir uns Mühe gegeben. Der nächste ist dann meiner, mal sehen wie das wird.

Außerdem ist Mai, da wir jetzt endlich Mangos im Haus haben.

Ich berichte dann wieder im Juni.

1 Kommentar 3.6.10 00:12, kommentieren

In DF

Hier im districto federal, so wie die Mexikaner das Gebiet ihrer Hauptstadt nennen, befind ich mich gerade fùr ein paar Tage mit Judith und ihren Eltern. Die habe ich mir sozusagen ausgeliehen, weil meine eigenen leider nicht kommen koennen.

Wir haben gestern eine Stadtrundfahrt gemacht und heute die Pyramiden Teotihuacans, die wohl bekanntesten Mexikos, besucht.

Die waren auch dementsprechend riesig, aber nachdem ich jetzt schon einige ,ruianas¨ erkundet habe, bin ich relativ wenig beeindruckt.

Hier in Mexiko Stadt gefállt es mir dafür umso mehr, richtiger Grossstadtflair eben. So wie es aussieht werden wir uns morgen noch ausserhalb des centros auf Frida Kahlos Spuren begeben und ich vielleicht sogar Zeit haben, mich alleine auf zur Basilica de Guadalupe, sozusagen der Nationalheiligen, zu machen, um  von diesem ganz speziellen mexikanischen Kult ein näheres Bild zu bekommen. Ob die Besagte nun wirklich auf dem berühmten Umhang des Indios Diego, der dort ausgestellt ist, erschienen ist, werde ich morgen wohl immer noch nicht eindeutig beantworten können, aber es lohnt sich denke ich trotzdem.

Leider kein ich euch gar nichts davon oder sonst irgendetwas per Foto zeigen, da ich mein Computer wahrscheinlich noch auf längere Zeit ausser Gefecht gesetzt ist.

1 Kommentar 1.6.10 01:40, kommentieren

putt

Ihr Lieben,

mein Laptop hat seinen Geist aufgegeben und deshalb fällt es mir schwer euch auf eure Emails zu antworten, euch endlich wieder anzurufen oder mich sonst irgendwie zu melden.

An Bilder von meinem Urlaub mit Carmen komme ich natürlich jetzt auch nicht ran, nada.. Aber fragt Carmen dnach, es lohnt sich.

Ich drück euch und lass euch jetzt weniger als 100 Tage auf mich warten = )

Eure Caro

22.5.10 05:11, kommentieren

dänce

So zwischendurch stelle ich euch ein Bild von dem traditionellen Quetzal-Tänzern ein


14.5.10 22:53, kommentieren

Abschied

Meine Adoption nach Hause

Als das Heimweh diese Tage nachließ, hat es für ein anderes schmerzliches Gefühl Platz gemacht. Mir wird immer klarer, dass die vier Monate, die mir noch bleiben, wie im Flug vergehen werden.

Der Flug kommt auch sehr bald, vor wenigen Tagen befand ich mich zum ersten Mal wieder ganz in der Nähe des Flughafens von Puebla und allein schon dieser Gedanke hat mir einen Schauer über den Rücken gejagt.

Meine kleine C. kommt seit einigen Tagen gezielt zu mir um zu Kuscheln, das ist selten und deshalb auch sehr schön. Dabei ist mir auch aufgefallen, wie schön es für mich selbst ist, weil ich sie so gerne mag. Und auf einmal musste ich fast weinen, denn ich liebe meine Kinder hier so sehr und kann mir nicht vorstellen, wie hart es wird, sich von Ihnen zu verabschieden.

Und was mir auf einmal völlig deutlich wurde, ist das der Abschied von hier schwieriger wird, als der im September von zuhause- weil es ein Abschied für immer sein. Ich kann nicht hier leben, ich möchte auch nicht länger als dieses Jahr hier im Casa arbeiten, und selbst wenn, hoffentlich werden die Kinder adoptiert und dann haben sie sowieso ein Leben ohne mich, das Leben in ihrer eigenen Familie, was auch ohne Zweifel besser ist. Und dann? Nun, ist es also besser, ich mache jetzt (bald) den Cut.

Gemein oder auch gerade gut ist, dass sie es noch nicht verstehen. Ich habe gesehen, wie sie die anderen Freiwilligen vergessen haben und hoffte, dass sie mich auch vergessen werden, damit es leichter für sie ist, aber dabei fiel mir ein, wenn man zwei Jahre alt ist, gab höchstens zwei Freiwillige vor mir und dann kann man sich vielleicht höchstens an eine weitere Freiwillige erinnern, wobei ich das wie gut, eher bezweifle.

Ich habe mir nun eine recht ausführliche Liste erstellt, um welche Kinder, ich mich schon gekümmert habe- gegen das gegenseitige Vergessen, immerhin sind es 23, mehr als ich dachte.

 

Meiner kleinen C., auch weil sie die ist, die schon am meisten begreift, habe ich dann heute noch versucht zu erklären, dass ich auch eines Tages gehen werde, zu meinen Eltern. Ich habe versucht diesen Vergleich zur Adoption zu ziehen, da sie schon verstanden hat, dass der, dessen (neue) Eltern einen plötzlich abholen nicht mehr da ist und auch nicht wieder kommt, weil er jetzt bei Ihnen ist. Heute hat sich mich dann auch M. gefragt, der vor einigen Monaten adoptiert wurde, immerhin erinnert sie sich auch an Personen, die sie nicht mehr sieht, irgendwie ein Lichtblick.

1 Kommentar 30.4.10 01:11, kommentieren

Ganz kurz

 

Meine Carmen kommt mich übermorgen besuchen und ich freue mich schon verrückt, das wird die letzten 4 Monate nochmal verrückt verkürzen.

So lange wie wir glücklich im Urlaub in Chiapas und in Puerto Escondido entspannen, kann ich euch Musik von Ricardo Arjona empfehlen und für die, die dieser schönen Sprache mächtig sind - die Texte sind klasse!

Ich knutsch euch

1 Kommentar 28.4.10 04:10, kommentieren