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Guatemala

In Bildern und kurzen Texten unseren Guatemala Trip 26.2.-2.3.10

Am Abend des 26. Februar, als ich zwecks unserem Trips früher vom Zwischenseminar heimkam, starteten wir unsere Einreise-Ausreise-Aktion um ein neues Visa zu erhalten. Judith und ich hatten (und haben jetzt wieder) ein Touristenvisum, das jeweils nur ein halbes Jahr gültig ist. Wir hatten uns den Papierkramstress in Deutschland für ein Ganzjahresvisum nicht gegeben, ich, da ich dachte, ich bleibe nur ein halbes Jahr und Judith, da sie keine Zeit mehr hatte.

Die ganze Nacht im Bus, das kennen wir ja jetzt schon, kamen wir dann am Freitag in Tapachula, fast an der guatemaltekischen Grenze an. Von da aus schien es nur noch ein Katzensprung, für diesen nahmen wir dann nochmal ein Taxi. Das Taxi ließ uns dann scheinbar mitten in einem verschlafenem Dörfchen raus, wo dann doch schon mindestens zehn Personen angesprungen kamen um uns unter anderem anzubieten den Weg zu weisen oder das Gepäck zu tragen. Ja, gut gepäckt waren wir wirklich. Aber alle Angebote habe ich dann gleich harsch zurückgewiesen, Leute, die nur aufgrund meiner Hautfarbe gleich Geld riechen und an uns kleben, kann ich gar nicht brauchen. In solchen Fällen kann ich auch auf Spanisch fauchen. Dann machten wir uns also alleine auf den Weg durch dieses Dörfchen und siehe an, die Grenzstelle tauchte dann wirklich auf.

Obwohl wir und die Mexikaner, wie immer, etwas verwirrt über das Prozedere waren, wurden wir letztendlich offiziell aus- und über der Brücke in Guatemala erfolgreich eingereist. ( Wer schon in den Genuss des Films ,,Sin Nombre‘‘ gekommen ist, das war dieser Grenzübergang, wir erhielten allerdings das Privileg über den Fluss zu gehen)

,,Drüben‘‘ leisteten wir uns ein Taxi in die, meiner Auffassung nach, nächste sichere Stadt namens Quetzaltenango (Quetzal heißt auch die guatemaltekische Währung, nach einem wunderschönen exotischen Vogel). Es ist doch erstaunlich, wie man, obwohl sich schon auf diesem Kontinent befindet, trotzdem in die Vorurteilfalle gehört. Obwohl es nur unser Nachbarland ist, hatte ich mir sonst welche gefährlichen Abenteuer unter unserem Trip vorgestellt- Quatsch. Im Endeffekt konnte man sich fast genau so sicher fühlen wir hier in Mexiko, vor allem, weil wir uns größtenteils in Tourigebiet bewegten.

In Quetzaltenango verbrachten wir also noch ängstlich unsere erste Nacht. Wir waren früh wach, da sich über Nacht unser Zimmer überflutet hatte, aber dies kenne wir schon von zuhause = ) Dafür hatten wir aber genug Zeit für weitere Reiseplanungen und genossen diesen wunderschönen Morgen in der Stadt.

Im allgemeinen Reisemittel Chicken Bus, einem amerikanischem Schulbus der übers ganze Land als Reisebus tuckert (und durch den ambulante Verkäufer einfach durchlaufen können, siehe Einstieg im Bild) fuhren dann an den See Atitlan, wo wir zwei wundervolle Tage verbrachten.

 

 

Diese Landschaft, diese Natur ist überhaupt kein Vergleich zu unseren Industriestadt Puebla. Am zweiten Tag unternahmen wir eine Bootsfahrtin ein noch entlegeners Dorf. Insgesamt scheint es in Guatemal noch ruhiger als in Mexiko zuzugehen. Viele Frauen trugen die traditionelle Tracht. In San Marcos, dem Dorf am gegenüberlegenen Seeufer kamen wir uns vor, wie die einzigen hueras (,,Hellen‘‘ überhaupt. Dort trugen auch komplett alle Frauen diese schöne farbenfrohe Tracht, auf zwei Bildern sind im Hintergrund ja solche zu erkennen, und mir war es zum ersten Mal in meinem Leben peinlich eine Hose an zu haben!

 

Natur auf San Marcos

das chilligste Cafe ganz versteckt im Grünen

 

Ein paar exotische Plümchen und ich mittem im Urwald

2 Kommentare 11.4.10 19:23, kommentieren

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viel Liebe

Die Arbeit mit Kindern ist anstrengend und verlangt einem viel ab, aber viele sagen, dass ihnen die Kleinen zum Beispiel durch ein Lächeln ganz viel zurückgeben - baer ich bekomme sogar real etwas zurück = )

 

11.4.10 20:51, kommentieren

Im siebten Monat

Wers gerade vertragen kann, ein Haufen Ehrlichkeit

An Adris Familie kann ich erkennen, wie lange ich jetzt schon hier bin, genauer gesagt an einer Nichte von ihr.

Als ich das erste Mal im November in ihrem Haus in Zacatlan zu Gast war, war das der morgen nach einer großen Hochzeitsfeier und das Brautpaar verkündete seiner (noch anwesenden oder wieder erschienenen) Festgesellschaft inklusive mir, dass sie zu ihrem frischen Eheglück sogar noch ein Kind erwarten würden.

Aus dem einen wurden zwei- an Weihnachten, das nächste Mal, das wir bei Adri waren, erfuhren wir, dass es Zwillinge werden.

Dieses Mal nun, da wir Ostern wieder mit ihrer Familie verbrachten, konnte ich sogar die Ultraschallbilder sehen, welche zeigten dass es zwei Mädchen werden. Auch die Namen sind schon ausgesucht.

Nun hoffe ich nur, dass ich bevor ich heimfahre nochmal zu Adri komme um die zwei Kleinen wirklich zu sehen.

 

Alle vier zusammen sind wir jetzt schon im siebten Monat, die Mama mit ihren zwei Kleinen und ich mit meinem FSJ hier in Mexiko, das ist schon so eine besondere Begebenheit. Aber es veranschaulicht mir wirklich gut, wie viel Zeit ich jetzt schon hier verbracht habe.

Ich spüre auch schon richtig die Zeit, die schon vergangen ist. Zum ersten Mal bekomme ich nun solche Gefühle, die man als Heimweh bezeichnen könnte. So kannte ich mich aber auch aus Amerika, gegen Ende will man wieder heim. Nur ist das noch nicht das Ende, mir fehlen noch fast fünf Monate, oder wertschätzender ausgedrückt darf ich noch 139 Tage hier in diesem Traumland verbringen.

Weiterhin bin ich aufrichtig begeister von Mexiko, von meiner Arbeit und allem was ich hier erleben darf. Die letzten Wochen waren nur zwecks Zickereien mit verschiedenen Quellen (Büro, Küche&hellip weil mir Judith, meine bessere Hälfte hier, gefehlt hat (sie war drei Wochen im Urlaub) und anderen Schwierigkeiten, die an mir gezehrt haben, anstrengender.

Die Tage hatte ich schon gesagt, mir fehlt mein Zuhause, ich gehe einfach nie vom Geschäft nach Hause, nur in eine andere Abteilung. Die hinter der Küche, aber da geht’s öfter auch stressig zu.

Es zehrt an mir, die Zeit, das so vieles-vermissen-müssen, die Kleinigkeiten, mein Schatz, und trotzdem ist es noch lang nicht vorbei. Richtig pervers wird es sogar, wenn ich mir all diesen Reichtum und die Bequemlichkeiten zurückwünsche, die mein deutsches Leben so zu bieten hatte. Es ist lächerlich vor allem im Vergleich zu vielen anderen Freiwilligen rund um die Welt verstreut, aber einfach nur ehrlich.

Feiertag jetzt wie Ostern sind einfach grausam ohne seine eigene Familie.

Mir geht es nicht schlecht, ihr müsst mir keine Durchhalteparolen schreiben, denn Carmen kommt in weniger als drei Wochen und ich weiß genau, dass die restliche Zeit wie im Flug vergehen wird, aber seit ich Lisa, die früher nach Hause gegangen ist, Anfang März auf den Flughafen  begleitet habe, mache ich mir viele Gedanken zum Thema Abschied. Zu den lokalen Backflashs (witzige Sache, völlig unvermittelt und zusammenhangslos muss ich einfach an mehr oder weniger oft von mir frequentierte Orte in Deutschland denken), die zurzeit Häufiger werden, denke ich seit neustem sogar während dem Arbeiten in ganz ähnlicher Weise an meine Familie. Außerdem und das ist mittlerweile sogar schon mein Lieblingsgedanke zum Einschlafen, male ich mir fast täglich das Am-Flughafen-Zuhause-Ankommen-Szenario aus, was jetzt aber nicht heißen muss, dass ihr kommt. Es ist in jeder Version schön und es kommt sowieso anders, als ich dachte.

 

Zum Schluss noch meine Top-Ten der Vermissungen (ohne Personen, sonst geht das gar nicht)

1 Das Gefühl ein eigenes Zuhause zu haben

2 deutsches nahrhaftes unfetties gesundes Essen

3 mein Auto, ein Autoschlüssel kommt mir mittlerweile vor wie ein Zepter, er strahlt so viel Unabhängigkeit aus, dass er schon Macht verkörpert (Ja unsere Vorstellungen und Wahrnehmungen in dieser Hinsicht sind mittlerweile schon etwas utopisch)

4 übers Wochenende ins Kloster fahren um meine Ruhe zum Nachdenken zu haben (am besten mit dem eigenen Auto hahaha ; )

5 auszusehen wie der Großteil der Menschen, das heißt nicht mehr mit extra Aufmerksamkeit beachtet zu werden; Als gringa (Amerikanerin), huera (Helle), barbie, extranjera (Ausländerin), alemana (Deutsche)…. bezeichnet zu werden macht mich manchmal schon richtig genervt. Ja, liebes Gegenüber, ich habe eine Namen, der darf auch benutzt werden und ich hoffe du hast auch so viel Respekt dies zu tun.

6 die Art und Weise wie in Deutschland Sachen funktionieren, wie (oder dass sie ) geplant werden und irgendwie zielstrebiger verfolgt werden

7 in der Eishalle zu arbeiten, sich stundenlang (relativ) stupide abzuschuften, seinen Chef stolz auf sich und mein Konto rappelvoll zu machen. Selbstverdientes Geld ein bisschen wie irre rauszuschmeißen ist ein so viel besseres Gefühl, als immer noch auf Mama und Papas Kosten zu leben.

8 in einer Gesellschaft zu leben in der sich Chancengleichheit nicht nur wie ein Witz anhört

9 Konflikte auf der Sach- und nicht auf der Beziehungsebene zu klären

10 h&m

1 Kommentar 7.4.10 02:57, kommentieren

Alles klar

Falls ihr was von Erdbeben in Mexiko gehört habt, oder noch unwissend seid, so wie ich bis heute morgen, macht euch keine Sorgen.

Das Beben soll zwar heftig gewesen sein aber auch sehr weit von uns entfernt im Bundesstaat Baja California, das ist der Zipfel, der da links noch so in den Pazifik reinhängt, also quasi am anderen Ende Mexikos.

5.4.10 21:44, kommentieren

2.500€ für unser Casa

Dank Sarahs Engagement war unsere Bewerbung beim Jugend hilft Wettbewerb erfolgreich und wir haben Geld für unser Casa del Sol gewonnen.

Ein neues Dach für 12 000€ wollten sie uns nicht gönnen, deswegen wird es dann zur nächsten Regenzeit wieder täglich feucht-fröhlich im Haus aber immerhin können wir uns jetzt eine neue Industrie-Waschmaschine und Trockner leisten. 

(Ich hoffe unsere Wäschefrau liegt uns jetzt zu Füßen und macht keine Chorflecken mehr ins unsere Sachen)

 

Kleiner Nachtrag: Jetzt hat unsere Chefin das ganze nochmal geprüft und ihr ist aufgefallen, dass eine Industriewaschmaschine dann doch etwas teurer werden könnte. Mexikanisches Management eben = )

1 Kommentar 26.3.10 00:03, kommentieren

Bergfest Teil eins

Bergfest

Am ersten März stand mein ganz persönliches Bergfest an, meine Halbzeit hier in Mexiko. Den ganzen Tag verbrachten Judith und ich im Bus auf dem Weg von Guatemala nach Hause. Wir haben also nicht wirklich Zeit gehabt zu feiern oder zu resümieren, aber dafür ein neues Visum bekommen. Gestempelt auf den ersten März, Start klar für die zweite Halbzeit!

Schon seit langem wollte ich euch und auch für mich meine Gedanken, neben meinen Berichten für den IB aufschreiben, jetzt am letzen Abend unseres verlängerten Wochenendes und da Sarah und ich gerade eine Woche alleine in der Wohnung haben, gibt es für mich so viel Zeit und Ruhe, dass dies nun auch mal wahr wird.

 

Zu Land und Leut = )

Mexiko ist ein wunderbares Land, ich wäre gerade nirgends lieber auf der Erde. Was ich für ein Bild von diesem Land hatte, bevor ich herkam und was ihr vielleicht auch habt… es ist anders ; )

Ich finde zum Beispiel immer noch, dass es mehr Gemeinsamkeiten zwischen Europa und Mexiko gibt, als Unterschiede, besonders hier Puebla.

Mexiko ist riesig, deshalb auch sehr unterschiedlich, auf Yukatan wie in der Karibik, in Chiapas kann man sich vorkommen wie im Urwald, Mexiko City ist eine Metropole wie Rom, Berlin oder eine amerikanische (nur in jedem Fall größer natürlich) , Veracruz erinnerte mich an Malle nur heißer, die Pazifikküste wartet noch auf mich und der Norden scheint eine einzige Wüste zu sein. Die Realität der Freiwilligen, die in einer Herberge für Migranten ohne Papiere auf dem Weg in die USA arbeiten, ist wie Tag und Nacht zu der unserem im behüteten Casa del Sol. Dazu aber noch später.

So viele Gesichter dieses Land auch haben kann, eins ist überall gleich- die Menschen faszinieren mich. Diese Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, Kommunikationsbereitschaft und auch die Neugier gegenüber Ausländern würde man in Deutschland auf offener Straße nie so antreffen.

Diese Hilfsbereitschaft ist überwältigend. Es gibt nie Grund sich in fremder Stadt verloren zu fühlen. Notfalls berät der komplette Bus für dich, wo du doch jetzt am besten aus- oder umsteigen solltest um dein Ziel zu finden. In Cuernava, wo wir auf dem Seminar waren, habe ich mich gnadenlos in der Stadt verlaufen- ohne irgendwelche Ortskenntnisse oder eine Adresse unseres Tagungsortes. Nach vielen Fragen an Passanten, hilfreichen Mexikanern die mich begleiteten und zwei Stunden Umherirrens, bin ich eben dann doch wieder heil angekommen. Aber nie wäre jemand genervt oder unfreundlich durch meine Fragerei geworden.

Natürlich stößt man sich als Deutscher, die wohl einiger der wenigen Völker zu sein scheinen, die gerne offen und ehrlich mit ihrer Meinung, auch der negativen umgehen, schon mal an der mexikanischen Kommunikationsweise, aber doch ist es meistens nicht so schlimm wie  befürchtet. Mein härtestes Nüsschen ist eine unsere Köchinnen. Ich weiß, dass sie sich zum Beispiel immer noch nicht die Mühe macht sich meinen Namen zu merken, aber zwischen all ihrer Griesgrämigkeit, gebellten Befehlen, falls man irgendwelchen ihrer vorbereiteten Sachen zu nahe kommt, und Späßen auf meine Kosten, die auch nur sie versteht, konnte ich jetzt doch schon ein Lächeln herauszaubern- Knochenarbeit. Bei Mexikaner oder allgemein Lateinamerikanern, geht viel mehr über die Beziehungsebene. Da kommt man eben mit dem Deutschen einen Konflikt auf der sachlichen Ebene klären wollen nicht weit. Deshalb bekomme ich im Kindi zum Beispiel immer noch den Assijob, zum Beispiel 16 Kinder hintereinander wechseln (dafür brauche ich übrigens fast anderthalb Stunden), obwohl ich dachte zu Adri, der Erzieherin, eine gute Beziehung zu haben, spätestens seit wir vier alle Weihnachten in ihrer Familie verbringen durften.

 

Sicherheit

Macht euch keine Sorgen, uns geht es sehr gut. Mal so vorne weg, ich weiß nicht mit was ihr gerechnet habt, aber wir sind, entgegen meiner Vorstellungen, noch nie beklaut worden, wir sind noch nie aufgrund unserer hellen Hautfarbe besonders hereingelegt worden und wir wurden noch nie in eine Situation gebracht, in der ich Angst um uns oder irgendetwas gehabt haben müsste.

Im Gegenteil, als ich auf der Straße Geld verlor, wurde es mir hinterhergetragen.

Laut den Mexikanern gibt es keine total sichere Stadt, aber wenn es so wäre, dann denke ich, wäre Puebla sicher dabei. Unsere Stadt ist eine Volkswagengeprägte Industrie- und Unistadt, deshalb haben wir wohl genug Bonzen um uns Sicherheit leisten zu können ohne das Klima zu snobbish zu haben.

Wer die Schlagzeilen über Mexiko verfolgt, bringt es schnell in die Verbindung zu Drogen aber diese spielen in der Realität, die ich hier in Puebla kennengelernt habe, überhaupt keine Rolle. Ich bin ehrlich, andere Freiwillige, auf den Dörfern oder zumindest nicht in Puebla wohnen, wissen genau, wie die komplette Öffentlichkeit, wie die Route der Narcos, der Dealer, verläuft. – Wir leben scheinbar auf der Insel der Glückseligkeit

20.3.10 21:57, kommentieren

Die letzten Urlaubsfotos

Mein neuer Freund der Pelikan

Schnorcheln auf Cozumel

 

Isla Mujeres

und unser extrem cooles Golfkart

 


14.3.10 17:36, kommentieren