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Abschied

Meine Adoption nach Hause

Als das Heimweh diese Tage nachließ, hat es für ein anderes schmerzliches Gefühl Platz gemacht. Mir wird immer klarer, dass die vier Monate, die mir noch bleiben, wie im Flug vergehen werden.

Der Flug kommt auch sehr bald, vor wenigen Tagen befand ich mich zum ersten Mal wieder ganz in der Nähe des Flughafens von Puebla und allein schon dieser Gedanke hat mir einen Schauer über den Rücken gejagt.

Meine kleine C. kommt seit einigen Tagen gezielt zu mir um zu Kuscheln, das ist selten und deshalb auch sehr schön. Dabei ist mir auch aufgefallen, wie schön es für mich selbst ist, weil ich sie so gerne mag. Und auf einmal musste ich fast weinen, denn ich liebe meine Kinder hier so sehr und kann mir nicht vorstellen, wie hart es wird, sich von Ihnen zu verabschieden.

Und was mir auf einmal völlig deutlich wurde, ist das der Abschied von hier schwieriger wird, als der im September von zuhause- weil es ein Abschied für immer sein. Ich kann nicht hier leben, ich möchte auch nicht länger als dieses Jahr hier im Casa arbeiten, und selbst wenn, hoffentlich werden die Kinder adoptiert und dann haben sie sowieso ein Leben ohne mich, das Leben in ihrer eigenen Familie, was auch ohne Zweifel besser ist. Und dann? Nun, ist es also besser, ich mache jetzt (bald) den Cut.

Gemein oder auch gerade gut ist, dass sie es noch nicht verstehen. Ich habe gesehen, wie sie die anderen Freiwilligen vergessen haben und hoffte, dass sie mich auch vergessen werden, damit es leichter für sie ist, aber dabei fiel mir ein, wenn man zwei Jahre alt ist, gab höchstens zwei Freiwillige vor mir und dann kann man sich vielleicht höchstens an eine weitere Freiwillige erinnern, wobei ich das wie gut, eher bezweifle.

Ich habe mir nun eine recht ausführliche Liste erstellt, um welche Kinder, ich mich schon gekümmert habe- gegen das gegenseitige Vergessen, immerhin sind es 23, mehr als ich dachte.

 

Meiner kleinen C., auch weil sie die ist, die schon am meisten begreift, habe ich dann heute noch versucht zu erklären, dass ich auch eines Tages gehen werde, zu meinen Eltern. Ich habe versucht diesen Vergleich zur Adoption zu ziehen, da sie schon verstanden hat, dass der, dessen (neue) Eltern einen plötzlich abholen nicht mehr da ist und auch nicht wieder kommt, weil er jetzt bei Ihnen ist. Heute hat sich mich dann auch M. gefragt, der vor einigen Monaten adoptiert wurde, immerhin erinnert sie sich auch an Personen, die sie nicht mehr sieht, irgendwie ein Lichtblick.

30.4.10 01:11

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